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Gebälk mit Rissen

 

 

Auszug aus der WORMSER ZEITUNG
vom 17.07.2008

 

Gebälk mit Rissen und Feuchtigkeit

Ende August beginnt Dach-Sanierung in der evangelischen Kirche von Wachenheim

Demnächst kriegt die evangelische Kirche im Wachenheimer Ortskern eins aufs Dach. Genauer gesagt, sie bekommt ein fast völlig neues Dach verpasst, denn das alte ist völlig marode.

Von
Manfred Janß

Die Dohlen brachten es an den Tag. "Wir haben irgendwann bemerkt, dass die Vögel Löcher ins Holz unter dem Dachstuhl gepickt hatten und wohl im Turm nisteten. Als wir deshalb genauer nachschauten, hat sich herausgestellt, dass der Dachstuhl im Turm vom Hausschwamm befallen und das ganze Dach kaputt ist", erzählt Pfarrerin Almut Kunzmann. Anzeichen, dass die im Jahr 1325 erstmals erwähnte Kirche einen ziemlichen Dachschaden haben muss, hatte es allerdings schon früher gegeben. "Im vorletzten Winter hatten wir festgestellt, dass es reinregnet. Es ist zwar repariert worden, aber es hat wieder reingeregnet. Da war klar, dass mehr getan werden muss", berichtet die Pfarrerin. Tatsächlich sind an der in den 1960er Jahren in aus heutiger Sicht doch gewöhnungsbedürftigen Farben und Mustern gestrichenen Decke im Kircheninneren deutliche Spuren von Feuchtigkeit zu sehen, die Wände durchziehen Risse.

Ende August rücken nun die Dachdecker und Zimmerleute an, um den Dachstuhl zu reparieren und das Dach größtenteils neu mit Schiefer einzudecken. Zuvor wird das Gotteshaus innen und außen eingerüstet, damit die Handwerker gefahrlos arbeiten können. Das Gebälk kann im Übrigen nur Stück für Stück saniert werden, damit die Decke des Kirchenschiffs immer nur stellenweise und nicht auf ganzer Fläche belastet wird. Äußerst vorsichtig müssen die Handwerker beim Gebälk sein, denn das Holz wurde in den 1960er Jahren mit hochgiftiger Lasur imprägniert.

Damit das Kircheninnere keinen Schaden nimmt, ist alles Bewegliche mittlerweile hinausgeräumt und in den Gemeindesaal nebenan gebracht worden. Dort finden während der Dachsanierung auch die Gottesdienste statt. Alles, was nun noch im Kirchenschiff steht, wird sorgfältig verpackt. Wie zum Beispiel der wertvolle dreiflügelige Altar aus dem Jahr 1489. Er steht unter der Kuppel des Kreuzgewölbes im hinteren Teil der Kirche, zu dem Pfarrerin Kunzmann eine Geschichte zu erzählen weiß. "Als das Dachgebälk auf das Ausmaß der Schäden überprüft worden ist, wurden auf dem Kreuzgewölbe rund sechs Tonnen Schutt entdeckt. Alles mögliche fand sich da, sogar Tierkadaver. Das muss Jahrzehnte lang da oben gelegen haben, die Rundungen des Kreuzgewölbes waren komplett zugeschüttet", berichtet sie. Durch das enorme Gewicht, das auf der Kuppel lastete, hatten sich lange Risse gebildet, von denen sich zuvor niemand erklären konnte, woher sie kamen.

Aufs Sorgfältigste verpackt wird natürlich die Kirchenorgel, damit kein Stäubchen an das empfindliche Instrument dringt. Die Sakristei ist bereits ausgeräumt, die Eingangstür zum Schutz mit einem Tuch verhüllt. Eingepackt wird auch die Kanzel, allerdings werden die Handwerker auch die Gelegenheit nutzen, sie wieder fest in der Wand zu verankern. Die Kanzel hängt nämlich im oberen Teil gut und gern zwei Finger breit von der Mauer weg. "Da traut sich ab und zu nur noch unsere Küsterin drauf, wenn sie Blumenschmuck anbringen will. Ich war seit meinem Amtsantritt noch kein einziges Mal oben", verrät die Pfarrerin.


Link zur Originalseite der Wormser Zeitung mit Bildern und weiteren Artikeln über Wachenheim.