WORMSER ZEITUNG
vom 01.03.2008
von Manfred Janß
WACHENHEIM Der Bedarf, bis 2014 die Zellertalbahn von Monsheim nach Marnheim und weiter bis Kaiserslautern für den Schienenpersonennahverkehr im Rheinland-Pfalz-Takt zu reaktivieren, ist da (die WZ berichtete). Ein Indiz ist dafür auch der sehr erfolgreiche Ausflugsverkehr.
Neben dem Ausgangsbahnhof Monsheim würde in der Verbandsgemeinde der Haltepunkt Wachenheim-Mölsheim zu den Stationen gehören. Die Gemeinde sowie ihr Umland würden vom Wiederanschluss an die Bahn enorm profitieren, daran ließ VG-Bürgermeister Ralph Bothe beim gestrigen Treffen mit Vertretern aus Verwaltung und Verkehrsverbänden keinen Zweifel. "Die Verkehrsanbindung eines Standortes wird für Bauwillige, die sich mit dem Gedanken tragen, auf den Land zu wohnen, immer wichtiger. Gerade wegen der ständig steigenden Preise für Öl und damit auch für Kraftstoff ist für sie vor allem eine schnelle Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu den Arbeitsplatzzentren gefragt", führte Bothe an. Werner Schreiner, Geschäftsführer des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar (VRN), ergänzte, dass es im Bereich Westpfalz Forderungen nach hoher Mobilität an die Arbeitnehmer gebe. "Die Achse Worms-Kaiserslautern passt deshalb bestens", meinte er.
Kathrin Anklam-Trapp, VG-Ratsmitglied und SPD-Landtagsabgeordnete, bestätigte diesen Trend und fügte hinzu, dass Gleiches auch für die Schülerbeförderung gelte. "Ein Bahnanschluss im Rheinland-Pfalz-Takt eröffnet völlig neue Möglichkeiten, beispielsweise, die Kinder nach Worms, Grünstadt oder nach Alzey zur Schule zu schicken. Mit dem Bus ist das sehr viel umständlicher", sagte sie. Für Bothe steht deshalb fest: "Was die Zukunftsentwicklung in Wachenheim und seinem Umland angeht, würde die Attraktivität dieses Standorts durch einen Bahnanschluss deutlich erhöht." Ortsbürgermeister Dieter Heinz konnte ihm da nur zustimmen.
In der gestrigen Gesprächsrunde ging es daher unter anderem darum, wo in der Zellertalgemeinde der Haltepunkt eingerichtet werden könnte. Den alten Bahnhof zu reaktivieren, ist nicht mehr möglich. "Das Gebäude befindet sich mittlerweile in Privatbesitz, ebenso die Zufahrt. Zwar besitzt die Gemeinde ein Wegerecht, aber wir hätten keinen Einfluss auf Art und Weise sowie Ausmaß eines Ausbaus. Außerdem wäre dort kein Raum für einen Park-and-Ride-Parkplatz", begründete der VG-Chef. Am Friedhof gebe es zwar einen Parkplatz, doch sei dies viel zu weit außerhalb des Ortszentrums.
Geradezu ideal wäre daher das Bürgerhaus als Haltepunktstandort. Die Ortsgemeinde hat mittlerweile westlich des Bürgerhauses weiteres Gelände erworben. "Es eignet sich hervorragend für die Zufahrt wie auch für einen Parkplatz. Das Bürgerhaus liegt zentral, die Zufahrt ließe sich optimal an die `Alles-Rot-Ampel` anschließen, die in der Ortsdurchfahrt ohnehin bald kommen wird", so Bothe.
Platz genug für den Bahnsteig ist hinter dem Bürgerhaus auch. Er würde die selbe Höhe haben wie jene in Monsheim beispielsweise. "Der Bahnbetrieb würde mit modernsten Triebwagen laufen, die allen Anforderungen entsprechen, beispielsweise voll klimatisiert und mit barrierefreiem Zugang für Behinderte oder Reisende mit dem Fahrrad", erklärte Michael Heilmann, stellvertretender Geschäftsführer des Zweckverbands Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd, dazu. |