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90 Jahre Wander- und Verschönerungsverein
Wachenheim Zellertal 1921 e. V.

von Wolf-Dieter Egli

 

Wander- und Verschönerungsverein
Wachenheim Zellertal 1921 e.V.
Jahreshauptversammlung 2009

(wde). Die 90 Jahrfeier des Wander- und Verschönerungsvereins Zellertal 1921 am 22. Mai 2011 im Bürgerhaus hatte besonderes Flair. Die musikalische Begleitung des Jubiläums durch den Mandolinenklub Eich, mit vielen bekannten volkstümlichen Melodien aus vergangener und neuerer Zeit, die Gesangsvorträge des Frauenchor „Frohsinn“ und der Chorgemeinschaft Wachenheim/ Niefernheim ließen Vergangenheit und Gegenwart harmonisch zusammenfließen. Schließlich erinnerten die Volkstänze des Odenwaldklub Bensheim-Auerbach an oftmals heute verschüttetes Brauchtum.

Gunter Heilmann (Niefernheim) war kundiger und sicherer Programmlotse.

Seit seiner Gründung hat der Verein das Leben der Gemeinde auf vielseitige Weise mitgestaltet und geprägt. Von Beginn an war der „WVZ“ neben dem in die Gemeinschaft eingebundenen Gesangverein Liederkranz und dem Turn- und Sportverein. Förderer und Mitgestalter eines regen dörflichen Kulturlebens.

Am 7. Februar 1921, gründeten 27 junge Männer in der damaligen Gastwirtschaft „Zum Zellertal“ in der Wormser Straße, „Wanderklub Wachenheim“.

Der neue Verein musste sich zunächst streng in seinen Zielen an den von der französischen Besatzung gegebenen Rahmen, die Geselligkeit und Unterhaltung zu pflegen, halten.

Im Vereinsleben des Wanderklubs hatten sich Bürger aus allen örtlichen Bevölkerungsschichten eingefunden.

Regelmäßige Theateraufführungen wurden zu einem gestaltenden Element des Vereins- und Dorflebens. Ein in den späten 1920er und bis in die frühen 1930er Jahren bestehender örtlicher Mandolinenklub, begleitete zeitweise die aufgeführten volkstümlichen Theaterstücke. In den Jahren bis zum Ausbruch des zweiten Weltkrieges führten regelmäßige Wanderungen stets unter großer Beteiligung, ins heimatliche Umfeld, die nahe Pfalz, an den Rhein und in den Odenwald. Der Wanderplan war damals wie heute abwechslungsreich und ausgewogen.

Stets wurde ab der örtlichen Bahnstation Wachenheim – Mölsheim mit der Bahn, gelegentlich auch mit dem Bus, zu den Wanderzielen gefahren. Die Eisenbahn war immer ein zuverlässiges und oftmals das einzig mögliche Transportmittel, um mit einer größeren Wandererschar aus dem Zellertal herauszukommen.

Auch der WVZ wurde in den Jahren der Hitler Diktatur eingeschränkt, wie ein Eintrag im Protokollbuch vom November 1935 zeigt, wonach alle Aktivitäten des Vereins stets der Ortsmeldestelle der N.S.D.A.P. anzuzeigen waren.

Erstrebenswertes Vereinsziel nach der Wiedergründung 1947 war neben der Wandertätigkeit und Verschönerung des Zellertales, die Hebung und Anziehung des Fremdenverkehrs, ein in die heutige Zeit reichende kluge Entscheidung.

In seinem ausführlichen Rückblick erwähnte Vereinsvorsitzender Wolf-Dieter Egli große Baumpflanzungen in der Gemarkung, das Anlegen des Freizeitgeländes „Friedensruhe“. Ein kleines Heimatmuseum wurde eingerichtet, bis 2005 Fastnachtssitzungen gestaltet. 1951 und 1961 wurden Zellertaler Heimattage ausgerichtet.

 

 

Das wohl größte und nachhaltigste Ereignis der Vereinsgeschichte war 1971 die Ausrichtung des Odenwälderwandertages. Es war ein Jahrhundertereignis für die kleine Gemeinde Wachenheim im südlichen Wonnegau und den Wander- und Verschönerungsverein. Im Gesamtverband des Odenwaldklub wohl einmalig, dass in einer nur 650 Einwohner zählenden Ortschaft, unmittelbar an der pfälzischen Grenze, ein Odenwälder Wandertag mit nahezu 8.000 Teilnehmern stattfand.

Der WVZ rief 1966 das bekannte Winzergassenfest ins Leben, eine weit über den engen Heimatkreis hinaus beliebte Sommerveranstaltung die 2001 ihr Ende fand.

Bürgermeister Ralph Bothe würdigte die herausragenden kulturellen Leistungen des Vereins. Vertreter der Ortsvereine, verschiedener Odenwaldklubs und der Kirchengemeinde bezeichneten den WVZ als tragende Kraft im Ortsgeschehen und wünschten dem Verein weiterhin viele aktive und ideenreiche Mitglieder.

Von links nach rechts:
Karl Corell, Horst Göngrich (Rechner des WVZ), Edwin Günther,
Horst Schmitt (OWK Lampertheim) Wolf-Dieter Egli (Vorsitzender),
Lothar Lülf (OWK Hemsbach), Heinfried Lorenzen Foto: © Rudolf Uhrig

 

Der Vorsitzende dankte allen die den Verein mit großem Engagement in vielen Jahren begleitet haben. – Im Verlaufe der Veranstaltung wurden langjährige Mitglieder durch den Verein und den Vorsitzenden des OWK Bezirkes 8 Lothar Lülf ausgezeichnet.

Ehrentafel des WVZ


Für 50 – jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet mit Ehrenurkunde durch den WVZ:

Carl Corell, Christa Hummel, Heinfried Lorenzen, Erika Magenheimer, Dieter Pommeranz, Mechthild Stabel, Willi Stabel

 

 

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