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Erstes "Latwergefest" in Wachenheim

 

Die Idee des "Latwergefestes", die aus der Dorfmoderation entstand, wurde nun von vielen fleißigen Helfern in die Tat umgesetzt. Es war gar nicht so einfach, alle wichtigen Gebrauchsgegenstände, die für ein solches, früher selbstverständliches Unterfangen nötig sind, zusammenzutragen. Aber wie fast immer im Dorfleben, wenn viele wollen, geht viel und noch mehr.

Bereits am letzten Donnerstag trafen sich die Helferinnen im Bürgerhaus, um die Pflaumen zu entsteinen. Nach intensivem Umhören nach Rezeptur, Herstellungsweise und Mengen wusste man, dass drei Zentner der süßen Früchte von Nöten sind, um den Kessel wirklich zu füllen. Eine riesige Menge, so denkt man. Aber "viele Hunde sind bekanntlich des Hasen Tod", sprich, viele emsige Hände schaffen auch solche Mengen mit Leichtigkeit, zumal etliche Herren den arbeitenden Frauen "moralischen Beistand" leisteten.

Freitags um 7 Uhr wurde der Kessel angeheizt und portionsweise die Pflaumen und Gewürze eingefüllt. Zwölf Stunden wurde die aromatische, braune Masse anschließend unter ständigem Rühren gekocht - bei sommerlichen Temperaturen eine richtig schweißtreibende Angelegenheit. Hier "durften" auch die Männer ran, um die Frauen ein wenig zu entlasten. Auch der gesellige Teil kam beim Latwerge-Kochen nicht zu kurz. Der Wachenheimer Ortsbürgermeister Dieter Heinz ließ es sich nicht nehmen, die Kuchen für die "Grumbeersupp mit Quetschekuche selbst zu backen. Einige, die schon von dem fertigen, frischen Produkt probiert hatten, bescheinigten eine überaus hohe Qualität, wie man sie bestenfalls, wenn überhaupt in Feinkostläden erhalten könne. Zufrieden, wenn auch erschöpft, machten sich die Helfer des Seniorenteams um Friedhelm Rösner Gedanken, wie man dieses Fest im nächsten Jahr durchführen könnte. In der Zellertalgemeinde sind die Leute jedenfalls froh und stolz über eine Seniorenarbeit, die nicht besser funktionieren könnte.