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Zahlreiche Bodenfunde im Pfrimmtal weisen darauf hin,
dass schon in vorgeschichtlicher Zeit Ansiedlungen in der
klimatisch günstigen Landschaft waren. Aus dem Heimatbuch von
Johannes Würth entnehmen wir:
Aus der Zeit von etwa 2000 Jahren vor Christi Geburt
sind beim Roden 1896 im Sülzer Weg kleine Töpfchen nebst einem
Ring aus gebranntem Ton rohester Art in einem Grabe gefunden worden.
Pfarrer Würth schreibt im Heimatbuch
für Wachenheimer 1930: weiter: Aus der zu Ende gehenden Steinzeit
(5000 bis 2000 v.Chr. sind die Funde in der westlichen Gegend des
Wormsgaues recht zahlreich. Im Bereich der Gemarkungen Wachenheim,
Mölsheim und Monsheim wurden aus fünf steinzeitlichen Perioden
Zeugnisse einer Besiedelung gefunden (Hinkelstein- oder Rössner der
Flomborner Periode, der Bronze oder Hallstatt- und der la Tene Zeit.)".
Unregelmäßiger Getreide Aufwuchs gab im Sommer
1905 Anlass zu Bodengrabungen im Bereich zwischen Harxheimer Straße
(Bundesstraße 47) und der Pfrimm. Gut erhaltene Fundamente einer
römischen Villa traten dabei zu Tage. Die Grabungen wurden durch Skizzen
und Fotografien dokumentiert. - Leider wurde der Fundort danach eingeebnet
und wieder als Ackerfläche benutzt. Das Gebiet wurde ab 1972 bebaut.
Im Sommer 1992 wird in einer Baugrube in der
Diehlgartenstraße mit Scherbenbeifunden ein Mühlstein entdeckt. Das
Landesamt für Denkmalpflege in Mainz beschreibt den Fund wie folgt:
"Der Stein ist aus einem harten Sandstein und hat
einen Durchmesser von 82 cm, ist 33 cm dick und wiegt 355 kg. Er gehörte
mit einem nicht erhaltenen zweiten Stein zu einer römischen
Getreidemühle, die - wegen der Größe und Schwere des Steines
entweder von einem Zugtier oder von Wasserkraft betrieben wurde.
Der untere Mühlstein saß fest, der obere wurde
gedreht, wobei die zwei konischen Aussparungen neben dem Loch im
Mühlstein, die sogenannten schwalbenschwanzförmigen Einlassungen,
Stein und Holzachse mittels einer entsprechenden geformten Eisenplatte fest
verbanden.
Mühlen dieser Größe finden sich in großen
römischen Guts Betrieben, wie sie in Rheinhessen und der Pfalz zahlreich
bekannt sind, unter anderem auch in Wachenheim. Sie vermitteln einen Eindruck
von der Leistungsfähigkeit der römischen Technik und der
Landwirtschaft gleichermaßen vom ersten bis zum vierten Jahrhundert unserer
Zeitrechnung." Der Mühlstein ist im Hof des
Heimatmuseums in der Mühlgasse aufgestellt.
Urkundlich wird Wachenheim erstmals am 29.August 765
in einer Schenkungsurkunde des Klosters Lorsch erwähnt.
Bischof Burkhard, der Erbauer des Wormser Domes
bestätigt 1141 den Brüdern des Wormser Andreasstiftes ihnen
zustehende Einkünfte aus Feldern und Weinbergen in Villa Wachenheim,
Mölsheim und Flörsheim.
Ab dem 12. Jahrhundert üben das Geschlecht der
Leininger Herrschaft und Gericht auf dem Kalten Berge by Wachenheim off der
prym" aus.
1689 bleibt, wie die gesamte Pfalz und Rheinhessen,
auch Wachenheim nicht von den Auswirkungen des pfälzischen
Erbfolgekrieges verschont.
Gelegentlich der am 28. November 1766 erfolgten Taufe
des Friedrich von Botzheim sind König Friedrich II von Preußen und Kronprinz
Wilhelm als Taufpaten eingetragen. Die von Botzheim'sche Familie zu dieser Zeit
Besitzer des sogenannten Oberschlosses stand mit dem höchsten preußischen Adel
und dem preußischen Hofe in Beziehungen.
Wachenheim kommt nach dem Wiener Kongress 1815 zum
Großherzogtum Hessen, die westlich gelegenen Nachbargemeinden im
Zellertal Niefernheim, Harxheim, Zell werden dem Königreich Bayern
zugeteilt.
Nach 1919 wurde Wachenheim Teil des Freistaates
Hessen, der westliche Teil des Zellertales wurde der pfälzischen Provinz
des Freistaates Bayern zugeordnet. Aufmerksame Wanderer in der
Wachenheimer Gemarkung können noch einen Grenzstein mit den
Abkürzungen GH (für Großherzogtum Hessen) und KB (für
Königreich Bayern) bei ihren Begehungen entdecken.
Mit der Gründung des Landes Rheinland-Pfalz 1946
wurde das gesamte Zellertal Teil dieses neuen Bundeslandes, wenngleich
Wachenheim dem Regierungsbezirk Rheinhessen und das westliche Zellertal
dem Regierungsbezirk Pfalz zugeschlagen wird.
Mit der Verwaltungsreform im Jahre1972 wurden beide
Regierungsbezirke zum Regierungsbezirk Rheinhessen-Pfalz vereint. Bis zum
heutigen Tag ist trotzdem das Zellertal nicht ganz vereint. So gehört
Wachenheim und Mölsheim bis 1969 dem Kreis Worms, ab dann dem Kreis
Alzey-Worms und der neugegründeten Verwaltungseinheit -Verbandsgemeinde
Monsheim - an, der westliche Bereich des Zellertales ist dem Donnersbergkreis
und der Verbandsgemeinde Göllheim angegliedert.
Literaturhinweis:
Heimatbuch für Wachenheim von Johannes Würth 1930;
im Reprint für 22 EURO über die Gemeinde zu beziehen.
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